LWL-Kabel im Netzwerk: Wann Glasfaser gegenüber Kupfer die bessere Wahl ist

LWL-Kabel im Netzwerk: Wann Glasfaser gegenüber Kupfer die bessere Wahl ist

Zwischen zwei Switches im selben Serverschrank tut es ein Kupferkabel. Sobald Entfernung, Störfestigkeit oder Bandbreite ins Spiel kommen, ändert sich das Bild. Lichtwellenleiter übertragen Daten als Lichtimpulse und lösen damit gleich mehrere Probleme, an denen Kupfer scheitert. Trotzdem lohnt sich der Wechsel nicht überall, denn Konfektionierung und Messtechnik sind aufwendiger. Dieser Beitrag zeigt, wo die Grenze verläuft und worauf bei der Auswahl zu achten ist.

Wo Kupfer an seine Grenzen kommt

Strukturierte Kupferverkabelung nach Cat 6A schafft zehn Gigabit pro Sekunde über maximal hundert Meter. Diese Grenze ist hart, und sie fällt bei Gebäudekomplexen, Hallen oder Verbindungen zwischen Etagenverteilern schnell. Dazu kommt die Empfindlichkeit gegenüber elektromagnetischen Störungen. In der Nähe von Frequenzumrichtern, Schweißanlagen oder Starkstromtrassen sind Übertragungsfehler kaum zu vermeiden.

Ein dritter Punkt betrifft den Potentialausgleich. Kupfer verbindet zwei Gebäudeteile elektrisch, was bei unterschiedlichem Erdpotential zu Ausgleichsströmen und im Extremfall zu zerstörter Hardware führt. Glasfaser ist elektrisch nicht leitend und trennt beide Seiten sauber voneinander.

Was Glasfaser besser kann

Lichtwellenleiter überbrücken je nach Fasertyp mehrere hundert Meter bis viele Kilometer und bleiben dabei unempfindlich gegen Störfelder. Sie sind leichter, dünner und lassen sich in vollen Kabeltrassen besser unterbringen. Wer LWL Kabel beschafft, unterscheidet zunächst zwischen Singlemode für lange Strecken und Multimode für Verbindungen innerhalb von Gebäuden. Beim Steckertyp haben sich LC und SC durchgesetzt, daneben sind ST, FC und E2000 verbreitet.

Der Anbieter Glasfaserkabel.de aus dem Raum Bonn ist seit 1996 auf dieses Segment spezialisiert und liefert neben Standardpatchkabeln auch Breakoutkabel, Kabeltrommeln und Sonderlängen nach Maß. Fertig konfektionierte Kabel ersparen dabei das Spleißen vor Ort, für das ein teures Spleißgerät und geschultes Personal nötig wären.

Die Grenzen der Technik

Glasfaser verzeiht weniger als Kupfer. Der Biegeradius ist einzuhalten, sonst steigt die Dämpfung sprunghaft an. Steckerendflächen müssen sauber sein, denn ein Fingerabdruck genügt für eine gestörte Verbindung. Und die Zugkraft beim Einziehen ist begrenzt, weshalb Zugentlastungen mitgeplant gehören. Wer diese drei Punkte beachtet, hat eine Verkabelung, die über Jahrzehnte trägt.

Für die Entscheidung im Einzelfall genügen fünf Fragen:

  • Liegen zwischen den Endpunkten mehr als hundert Meter
  • Verlaufen Störquellen wie Umrichter oder Starkstrom entlang der Trasse
  • Werden getrennte Gebäude oder Gebäudeteile verbunden
  • Sind mehr als zehn Gigabit pro Sekunde vorgesehen oder absehbar
  • Soll die Verkabelung länger als zehn Jahre unverändert bleiben

Wird eine dieser Fragen mit Ja beantwortet, ist Glasfaser die tragfähigere Lösung.

Warum der Umstieg auch politisch vorangetrieben wird

Der Wechsel von Kupfer auf Glas betrifft nicht nur Firmennetze. Im öffentlichen Netz ersetzen Glasfaseranschlüsse schrittweise die alten DSL-Leitungen. Die Bundesnetzagentur erläutert unter Glasfaser statt Kupfer, warum Glasfaser hohe Übertragungsraten in beide Richtungen erlaubt, störungsärmer arbeitet und weniger Energie verbraucht. Diese Argumente gelten im Rechenzentrum genauso wie im Anschlussnetz.

Verfügbarkeit im Blick behalten

Eine schnelle Leitung nützt wenig, wenn die Infrastruktur dahinter ausfällt. Wie sich Redundanz bei Strom, Kühlung und Netzwerk sinnvoll planen lässt, beschreibt der Beitrag zur Ausfallsicherheit von Servern. Für die Verkabelung heißt das vor allem, kritische Strecken doppelt und über getrennte Wege zu führen.

Fazit

Kupfer bleibt die richtige Wahl für kurze Strecken zum Arbeitsplatz. Sobald hundert Meter überschritten werden, Störfelder im Spiel sind oder Gebäudeteile verbunden werden müssen, führt kein Weg an Glasfaser vorbei. Wer fertig konfektionierte Kabel bestellt, umgeht die aufwendige Montage vor Ort und braucht lediglich Sorgfalt bei Biegeradius, Sauberkeit und Zugentlastung.

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