Wenn Dating- und Escort-Apps aus den Stores verschwinden: Diese technischen Alternativen gibt es
Immer wieder verschwinden auf scheinbar rätselhafte Weise Dating- und Escort-Apps aus den großen Stores wie dem Apple App Store und dem Google Play Store. Manchmal nur vorübergehend, oft aber auch dauerhaft. Auf den ersten Blick scheint es keinen klaren Grund für den „Rauswurf“ zu geben, in Wirklichkeit stehen dahinter aber komplexe technische, rechtliche und gesellschaftliche Prozesse.
Dieser Beitrag erklärt, warum das passiert, welche Richtlinien und Mechanismen dahinterstecken und welche technischen Alternativen es für Entwickler, Betreiber und Nutzer gibt.
App Stores und ihre Regeln
Die beiden größten App-Ökosysteme der Welt sind fest in der Hand von Google und Apple. Allerdings fungieren die Stores nicht als neutrale Angebots-Plattformen, auf denen jeder Entwickler beliebige Apps einstellen kann, sondern als klar definierte Marktplätze mit festen Regeln und Richtlinien.
Diese Regeln sollen zum einen die Nutzer schützen, etwa vor Betrug, Missbrauch, Datenmissbrauch oder illegalen Inhalten. Zum anderen dienen sie aber auch dazu, gesetzliche Vorgaben einzuhalten, vor allem im Hinblick auf Datenschutzrichtlinien, den Jugendschutz und/oder regionale Gesetze.
Festgeschrieben sind die Vorgaben in den App-Store-Regelwerken:
- bei Apple in den App Review Guidelines
- bei Google in den Developer Policy Center Guidelines
Darum werden Dating- und Escort-Apps oft entfernt
Dating- und Escort-Apps werden aus den Stores entfernt, weil sie häufig in sensible Bereiche eingreifen, wie dies etwa beim Thema Escort München mit all den unzensierten Fotos und der häufig expliziten Sprache der Fall ist. Das liegt daran, dass die Stores zu Inhalten, die theoretisch als unangemessen, belästigend oder gefährlich eingestuft werden könnten, strikte Regeln eingeführt haben.
Klassische Beispiele sind:
- Explizite sexuelle Inhalte oder solche, die als „pornografisch“ gelten könnten
- Beleidigende oder diskriminierende Inhalte
- Inhalte, die zu Gefahren wie Grooming (die gezielte Kontaktaufnahme Erwachsener mit Minderjährigen für sexuelle Absichten), Sextortion (sexuelle Erpressung im Netz) oder Missbrauch führen können
Weitere Gründe sind potenzielle Probleme mit dem Datenschutz und der Sicherheit. Dating- und Escort-Apps sammeln meist sehr sensible Daten: Geburtsdatum, Fotos, Standort, persönliche Vorlieben und auch Nachrichten.
Wenn diese Daten nicht korrekt geschützt werden, riskieren die Apps nicht nur rechtliche Konsequenzen, beispielsweise im Hinblick auf die DSGVO in Europa, sondern auch die Entfernung aus den Stores.
Manchmal liegt der Entfernung von Apps auch eine Nicht-Einhaltung von Zahlungsbedingungen zugrunde. Insbesondere Google verlangt, dass alle In-App-Käufe über das Play-Store-Bezahlsystem abgewickelt werden. Wenn ein App-Betreiber beispielsweise versucht, Zahlungen direkt zu verarbeiten, kann dies ein Grund für eine Entfernung sein.
Ein prominentes Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit war Tinder. Die Plattform drohte damit, den Zahlungsprozess zu umgehen, was einen Verstoß gegen die Google-Richtlinien darstellte und theoretisch zur Entfernung hätte führen können.
So erkennen App Stores die Verstöße
Die beiden großen Stores nutzen zum einen automatisierte Systeme (Bots), die Codes, Metadaten, eingebettete Inhalte und SDKs prüfen, zum anderen aber auch manuelle Review-Teams, welche die Apps und Inhalte „menschlich“ analysieren.
Gerade bei sensiblen Kategorien wie Dating oder Escort kann die Bewertung sehr streng sein. Ebenso haben Nutzer die Möglichkeit, Apps zu melden. Zu viele Beschwerden über Belästigungen, Betrug, Datenschutzverletzungen oder Sicherheitslücken können dazu führen, dass eine App vorübergehend oder gar dauerhaft entfernt wird.
Apple hat beispielsweise bereits Apps entfernt, nachdem es wiederholt Nutzerberichte und Datenschutzvorfälle gegeben hatte, die von den Betreibern nicht ausreichend behoben wurden.
Die Konsequenzen der Entfernung aus den App-Stores
Wenn eine App entfernt wird, hat das gleich mehrere negative Effekte. Die bestehenden Nutzer können die App zwar oft noch weiter nutzen, aber neue User haben nicht mehr die Möglichkeit, sie herunterzuladen. Dadurch stagniert der Nutzerpool.
Auch Updates sind dann nicht mehr möglich, wodurch Sicherheitslücken offen bleiben. Letztendlich verlieren die Entwickler deutlich an Sichtbarkeit und Downloads, was meist mit erheblichen Umsatz-Einbußen einhergeht.
Es gibt jedoch einige technische Alternativen für Dating- und Escort-Apps.
Die technischen Alternativen im Überblick
Wenn App Stores keine Option mehr sind oder zu restriktiv erscheinen, gibt es verschiedene andere Wege, der Zielgruppe technisch eine Dating- oder Escort-Plattform bereitzustellen.
Progressive Web Apps (PWA): „Apps ohne App Store“
Eine Progressive Web App ist im Grunde eine Website, die sich wie eine App anfühlt. Sie läuft im Browser, kann auf dem Homescreen installiert werden, sieht aus wie eine „ganz normale“ App und öffnet sich ohne Browser-Leiste.
Eine PWA kann fast alles, was eine klassische App auch kann:
- Login und Nutzerprofile
- Push-Benachrichtigungen
- Chat und Nachrichten
- Standortfunktionen (eingeschränkt)
Der Funktionsumfang ist auf iPhones etwas eingeschränkter als auf Android-Geräten, und Betreiber haben auch keine vollständige Hardware-Kontrolle. Dennoch überwiegen die Vorteile:
Es gibt keine Prüfung seitens der App-Stores, die Inhalte können besonders flexibel gestaltet werden, Updates sind ohne Review sofort verfügbar, und außerdem entfallen die zum Teil hohen Store-Provisionen.
Mobile Website mit App-Feeling: der einfachste Weg
Eine mobil optimierte Website, die speziell für Smartphones realisiert wurde, bietet große Buttons, einfache Swipe-Gesten, schnelle Ladezeiten und ein App-ähnliches Design.
Diese Option funktioniert auf jedem Gerät, es ist kein Download erforderlich, die Wartung ist relativ einfach und unkompliziert, und es besteht für den Nutzer eine sofortige Verfügbarkeit. Die Möglichkeiten für Push-Benachrichtigungen sind hier allerdings etwas eingeschränkt.
Native App-Distribution über eigene Kanäle
Android erlaubt das sogenannte Sideloading, also die Installation ohne den Play Store. Entwickler können Apps direkt über ihre eigene Webseite anbieten.
Die Vorteile:
- Volle App-Funktionen für die Nutzer
- Keine Google-Prüfung
- Eigene Zahlungsmodelle
- Deutlich mehr inhaltliche Freiheiten
Nutzer müssen die Installation jedoch aktiv erlauben. Unerfahrene oder besonders kritische User finden die App eventuell nicht oder misstrauen ihr. Für Nischen-Plattformen ist diese Möglichkeit jedoch ideal.
Alternative App Stores außerhalb von Apple und Google
Alternative App Stores haben oft lockerere Inhaltsregeln, weniger strenge Prüfungen und flexiblere Zahlungsmodelle.
Gängige Beispiele sind:
- der Amazon Appstore
- die Huawei AppGallery
- der Samsung Galaxy Store
Allerdings ist die Reichweite hier deutlich geringer.
Die Hybrid-Lösung
Einige erfolgreiche Plattformen kombinieren mehrere Wege. Sie bieten im Store eine offizielle und öffentliche App an und zusätzlich eine Web- oder PWA-Version mit erweiterten Funktionen. Die Weiterleitung erfolgt aus der App heraus.
Wichtig: Dieses Vorgehen ist rechtlich zulässig, solange es transparent und regelkonform geschieht. Der Vorteil liegt in der maximalen Reichweite: Einerseits ist die Sichtbarkeit im App Store vorhanden, andererseits ist die Freiheit außerhalb der Stores größer.
Für viele Nutzer fühlt sich das vollkommen nahtlos an, vor allem wenn Design und Login identisch sind.



