Lagerbereiche erfüllen weit mehr als die Aufgabe, Waren oder Materialien aufzubewahren. Sie beeinflussen Transportwege, den Zugriff auf Arbeitsmittel und die Auslastung vorhandener Flächen. Bereits kleine Veränderungen bei der Anordnung von Regalen oder Arbeitsbereichen wirken sich auf Transportwege und Arbeitsabläufe aus. Vor der Auswahl von Regalen oder Schränken sollten Lagerfläche, Lagergut und spätere Arbeitsabläufe betrachtet werden.
Kurzfassung
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Lagerflächen nach Funktionen gliedern
Unterschiedliche Arbeitsabläufe stellen verschiedene Anforderungen an die Einrichtung eines Lagers. Bereiche für Wareneingang, Kommissionierung oder Versand benötigen andere Voraussetzungen als Zonen zur langfristigen Lagerung. Eine räumliche Trennung verhindert, dass sich Arbeitswege überschneiden oder Material mehrfach umgesetzt werden muss.
Auch die Position häufig benötigter Artikel beeinflusst den Ablauf. Produkte mit hoher Umschlagshäufigkeit befinden sich sinnvollerweise in gut erreichbaren Regalebenen. Seltener genutzte Materialien können dagegen auf höher gelegenen Ebenen oder in weiter entfernten Lagerabschnitten untergebracht werden. Dadurch verkürzen sich die Wege beim täglichen Zugriff.
Regalsysteme passend zum Lagergut auswählen
Nicht jede Lagerware stellt dieselben Anforderungen an ein Regalsystem. Kleine Ersatzteile benötigen zahlreiche Fächer mit übersichtlicher Unterteilung, während lange Profile, Kartons oder schwere Bauteile andere Konstruktionen erfordern. Bereits das Gewicht der gelagerten Güter entscheidet darüber, welche Fachbodenstärken oder Traglasten erforderlich sind.
Offene Regale eignen sich insbesondere für Artikel, die regelmäßig entnommen oder kontrolliert werden. Die Inhalte bleiben jederzeit sichtbar, wodurch Suchzeiten reduziert werden. Geschlossene Schränke kommen dagegen häufig dort zum Einsatz, wo Werkzeuge, Messgeräte oder empfindliche Materialien vor Staub oder unbeabsichtigtem Zugriff geschützt werden sollen.
Auch die Abmessungen der Lagergüter geben vor, welche Fachbreiten, Regaltiefen und Fachhöhen benötigt werden. Überstehende Kartons oder zu kleine Fächer erschweren den Zugriff und schränken die nutzbare Lagerfläche ein. Höhe, Breite und Tiefe der gelagerten Waren sollten deshalb vor der Auswahl der Regale feststehen.
Tragfähigkeit und Material beeinflussen die Nutzung
Die Konstruktion eines Regals bestimmt, welche Belastungen dauerhaft aufgenommen werden können. Stahl besitzt eine hohe Formstabilität und verzieht sich auch unter größeren Lasten kaum. Dadurch eignet sich dieses Material besonders für Bereiche mit schweren Werkzeugen, Maschinenbauteilen oder dicht gepackten Lagerkartons.
Holzregale finden sich häufig in trockenen Lagerräumen mit leichteren Gütern. Feuchtigkeit kann jedoch zu Veränderungen des Materials führen. Kunststoff wird überwiegend für kleinere Behälter oder spezielle Einsatzbereiche verwendet, erreicht jedoch bei hohen Punktlasten häufig nicht dieselbe Stabilität wie Stahl.
Neben der Belastbarkeit spielt auch die Oberflächenbeschaffenheit eine Rolle. Pulverbeschichtete Stahloberflächen lassen sich leicht reinigen und sind gegenüber Kratzern oder Verschmutzungen widerstandsfähiger als viele unbehandelte Materialien. Dadurch bleiben Regale auch bei häufiger Nutzung länger in einem gleichmäßigen Zustand.
Arbeitswege bereits bei der Planung berücksichtigen
Ein Lager besteht nicht ausschließlich aus Stellflächen. Ebenso wichtig sind Bereiche, in denen Waren transportiert, sortiert oder bereitgestellt werden. Werden sämtliche Flächen mit Regalen belegt, entstehen schnell Engstellen. Transportwagen oder Hubgeräte benötigen ausreichend Platz zum Rangieren, ohne andere Arbeitsbereiche zu blockieren.
Kurze Wege zwischen Wareneingang, Lagerplätzen und Versand reduzieren unnötige Bewegungen innerhalb des Betriebs. Gleichzeitig sinkt das Risiko, dass Waren mehrfach umgesetzt werden müssen. Die Anordnung der Einrichtung orientiert sich deshalb sinnvollerweise an den tatsächlichen Arbeitsabläufen und nicht ausschließlich an der maximal verfügbaren Stellfläche.
Erweiterungen bereits bei der Planung berücksichtigen
Lagerbestände bleiben selten über viele Jahre unverändert. Neue Produkte, zusätzliche Arbeitsmittel oder veränderte Verpackungsgrößen führen häufig dazu, dass weiterer Stauraum benötigt wird. Eine Einrichtung, die ausschließlich auf den aktuellen Bedarf ausgelegt ist, erreicht dadurch schneller ihre Grenzen.
Modular aufgebaute Regalsysteme bieten die Möglichkeit, zusätzliche Fachböden oder weitere Regalfelder nachträglich einzubauen. Dadurch lässt sich vorhandene Lagerfläche schrittweise erweitern, ohne bestehende Bereiche vollständig neu zu organisieren. Diese Bauweise erleichtert Anpassungen, wenn sich Sortiment oder Materialfluss verändern.
Auch ausreichend freie Verkehrsflächen sollten erhalten bleiben. Werden sämtliche Reserven bereits zu Beginn ausgeschöpft, entstehen spätere Erweiterungen meist zulasten von Laufwegen oder Arbeitsbereichen. Eine gewisse Flächenreserve schafft deshalb Spielraum für künftige Veränderungen.
Kennzeichnung verbessert die Orientierung
Regale und Schränke schaffen Stauraum, ersetzen jedoch keine eindeutige Kennzeichnung der Lagerplätze. Nummerierte Regalfelder, feste Fachbezeichnungen oder definierte Lagerplatzsysteme erleichtern das Einlagern und das spätere Auffinden von Waren.
Farbliche Markierungen können verschiedene Lagerzonen voneinander abgrenzen. Bereiche für Wareneingang, Versand oder Verbrauchsmaterial lassen sich dadurch schneller unterscheiden. Gleichzeitig sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass Artikel versehentlich an einem falschen Platz abgelegt werden.
Auch Behälter, Schubladen oder Aufbewahrungsboxen profitieren von einer eindeutigen Beschriftung. Besonders bei Kleinteilen verhindert eine klare Zuordnung langes Suchen und erleichtert Inventuren oder Bestandskontrollen.
Typische Fehler bei der Planung vermeiden
Nicht jeder Engpass entsteht durch Platzmangel. Häufig führen ungeeignete Regalabmessungen oder eine ungleichmäßige Verteilung der Lagergüter zu Problemen im täglichen Betrieb. Schwere Gegenstände auf oberen Ebenen erschweren die Entnahme, während niedrige Regale in hohen Räumen wertvolle Stellfläche ungenutzt lassen.
Ebenso werden Verkehrswege häufig unterschätzt. Müssen Transportwagen ständig rangieren oder Waren mehrfach umgesetzt werden, verlängern sich Arbeitsabläufe unnötig. Die regelmäßigen Bewegungsabläufe sollten deshalb vor der Einrichtung berücksichtigt werden.
Ein weiterer Aspekt betrifft die Belastung der Einrichtung. Werden zulässige Traglasten dauerhaft überschritten, kann dies die Stabilität einzelner Regalfelder beeinträchtigen. Angaben zur maximalen Belastbarkeit sollten deshalb bei der Nutzung konsequent berücksichtigt werden.
Fazit
Die verfügbare Lagerfläche setzt räumliche Grenzen, unabhängig von der Größe eines Betriebs. Regale, Schränke und Verkehrswege sollten deshalb so angeordnet werden, dass vorhandener Platz möglichst vollständig genutzt werden kann. Ausreichende Reserven für zusätzliche Lagerplätze erleichtern spätere Erweiterungen des Lagerbestands. Ebenso sollten Tragfähigkeit und Abmessungen der Einrichtung zum Lagergut passen, damit Arbeitsabläufe auch bei veränderten Anforderungen ohne größere Umbaumaßnahmen fortgeführt werden können.


